Samstag, 26. Februar 2011

Osten

Wenn jemand mal eine Kirche nach julianischem Kalender osten will, kann er hier nachlesen, wie man's macht.

Und hier kann man herausfinden, welche Richtung die Baulinie für den jeweiligen Standort und das Datum des Patroziniums bekommen muß, wenn man sich nach dem gregorianischen Kalender richten will.

Geht doch!

Sonntag, 6. Februar 2011

Voll-Tatoo

Ein befreundetes Ehepaar war heute zum ersten mal in der Kevelaerer Marienbasilika. 

Sie meinte zu Ihrem Mann: "Hey, die Kirche hat ja ein Voll-Tatoo!"

Ich meine, manches Tatowierungsinstitut könnte hier Muster für katholische Kunden finden.


Mittwoch, 29. Dezember 2010

Totenbild von 1943

Gerade habe ich beim Aufräumen ein Totenbild von 1943 gefunden. Eines von unzähligen Schicksalen. Es verschlägt einem dennoch die Sprache. Wir können für den Frieden gar nicht genug danken - und darum beten, dafür wirken.

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Bruder-Klaus-Kapelle

Die Kapelle in Mechenich-Wachendorf ist ein auf Privatinitiative des Bauern Scheidtweiler von dem berühmten schweizerischen Architekten Peter Zumthor aus Lehm errichtet - unglaublich einfach, ja archaisch: Es wurde eine Pyramide aus Baumstämmen errichtet, um diese herum Lehmschichten gestampft, durch die Stahlrohre laufen, die eine Lichtverbindung zum Innenraum herstellen. Die Bäume wurden dann ver- und der Lehm dadurch gebrannt. Der Raum ist innen roh und durch den Brand geschwärzt. Es riecht noch nach Rauch. Oben beleuchtet ein offenes, flammenförmiges Loch den Raum. Als ich da war, regnete es und im Raum tröpfelte das Wasser hörbar in den stillen, dunklen Raum, in den durch das Loch in der "Decke" von ferne die Außengeräusche dringen.
An der Wand ist vergoldet das Meditiationssymbol des hl. Nikolaus von Flüe (Bruder Klaus) hoch an der Wand angebracht. Gegenüber eine niedrige, schmale Bank. Eine Büste des Heiligen, eine Gelegenheit Kerzen zu entzünden. Das war's. Überhaupt nicht volkstümlich zwar, aber mich hat der Bau als Andachtsraum überzeugt. Die folgenden Bilder sind viel schlechter als diese hier.




Rolduc

Es war mal wieder Zeit für einen Ausflug. Dieses Mal nach Nederland zur ehemaligen Abtei Rolduc (Kerkrade; "Rolduc" kommt von der französischen Übersetzung von "Herzogenrath"), heute Sitz des Priesterseminars des Bistums Roermond ("Rurmond" - der namengebende Fluß heißt in Deutschland Rur und in den Niederlanden Roer, was auch "Rur" ausgesprochen wird.)

Die Kirche ist wunderbar "vollständig":





Sonntag, 29. August 2010

Urlaub am Chiemsee

Sonnenaufgang über Bernau
Im August habe ich am Chiemsee Urlaub gemacht. Nach 32 Jahren das erste mal - mann, ist das alles klein geworden da...

Besonders angetan war ich von der Fraueninsel mit ihrem Benediktinerinnenkloster Frauenwörth - eine Gründung aus karolingischer Zeit.







Eine Wallfahrt nach Altötting war Pflicht - und sehr schön. Die "heilige Kapelle" ist ursprünglich das Baptisterium der Kaiserpfalz.


In Altötting ist der Feldherr Johannes Tserclaes Reichgraf von Tilly beigesetzt, berühmter Kämpfer für die katholische Seite im 30jährigen Krieg. Hier kann man ihn sehen - oder das, was sterblicherseits von ihm übrig ist:


In der Schatzkammer im Papst-Benedikt-Haus werden u.a. viele Votivgaben an die Gottesmutter ausgestellt. Höhepunkt ist das Goldene Rössl - ganz aus Gold - die farbigen Flächen sind emailliert. Gold schmilzt eher als Emaille - keiner weiß, wie man das gemacht hat. Ist es nicht wunderbar?

 



Dann bin ich nach Salzburg gefahren, zum Sitz des Primas Germaniae. Gegen die Atmosphäre, die dessen barocke Kathedrale ausstrahlt, ist Il Gesù in Rom regelrecht heimelig. (Darum keine Bilder!)

Für mich das beste ist die Franziskanerkirche - romanisches Schiff und ein gotischer Hallenchor - unglaubliche Wirkung, die nicht wirklich auf Photos zu bannen ist, aber dennoch:






Auf die kleine Wallfahrtskirche Maria Rast in Langenbach bei München war ich durch einen Prospekt aufmerksam geworden. Die jüngst renovierte Kirche ist unbedingt sehenswert:







Am Fest des heiligen Apostels Bartholomäus fuhr ich zum Königssee, um zum Patronatsfest nach St. Bartholomä überzusetzen. Entzückend waren drei ältere Nonnen, die die gleiche Idee hatten, wie ich. An Bord erklärten sie zunächst dem Stewart, der gekonnt sein übliches Touristenprogramm samt Trompetenspiel mit Echo zum besten gab, welches Fest wir heute haben, und dann in der Kirche dem vielleicht dreijährigen Lukas im Angesicht des Altarretabels, wie weh es tut, wie der Apostel gehäutet zu werden und was für böse Menschen das waren...





Wasserburg am Inn, von drei Seiten vom Fluß umspült, ist eine Stadt mit gut erhaltenem mittelalterlichem und frühneuzeitlichem Baubestand. 






Die Pfarrkirche St. Jakobus ist nicht zuletzt wegen ihrer orangen Gewölbe sehenswert. 


Bezaubernd fand ich die Wallfahrtskirche Unserer Lieben Frau, ein gotisches Kirchlein, das sehr überzeugend barockisiert wurde - und wer mich kennt, weiß, was es heißt, wenn ich Gotiker das schreibe... Dort verweilte ich lange und konnte bestens beten.

 





Auf dem Rückweg fuhr ich über Regensburg. Bis 1803 war die alte Römerstadt jahrhundertelang Sitz des Ständigen Reichstags - also so etwas wie die Hauptstadt des Heiligen Römischen Reiches.

Zunächst war ich in der Alten Kapelle, wo ich die Messe mitfeiern und dabei die jüngst geweihte "Papst-Benedikt-Orgel" hören konnte. Eine romanische Kirche mit gotischem Chor, die üppigst barockisiert wurde. Übrigens befindet sich dort eine (der vielen) vom Evangelisten Lukas gemalte(n) Marienikonen.



Hauptziel war natürlich der Dom St. Peter (Der Apostelfürst wird am Trumeaupfeiler als Papst, ohne Schlüssel, dafür mit Tiara gezeigt). Es ist die wohl "französischste" der gotischen Kathedralen Deutschlands - sieht man vom fehlenden Chorkapellenkranz ab. (Leider ist es innen sehr dunkel, was das Photographieren erschwert.)






Zu einem weiteren Urlaubsbericht vom Chiemsee geht es hier und über die jeweils anschließenden Verweise.

Ergänzung: Hittenkirchen

Ergänzung: Urschalling


Zu einem eigenen Beitrag über Regensburg geht es hier.

Einen weiteren Urlaubsbericht vom Chiemsee findet man hier: Wieder am Chiemsee.

Sonntag, 18. Juli 2010

Besuch aus Amerika

An diesem Sonntag war eine Gruppe aus den VSA in unserer Pfarrei zu Gast. Sie reist fünf Tage durch Europa mit dem Ziel der Passionsfestspiele in Oberammergau.
Der Priester, Pfarrer in St. Rita, Rockfort, Illinois, Dechant und Monsignore, ein sehr angenehmer und vornehmer Mensch, hat familiäre Wurzeln in unserm Dorf. Darum waren sie hier.
Er wollte in der Vorabendmesse konzelebrieren und fragte, ob es möglich sei, den Meßkanon - möglichst den römischen (I.) - einschließlich Vaterunser in Latein zu beten.
Er berichtete, daß sein Bischof sehr am Herzen liege, daß die lateinische Tradition nicht absterbe und daß auch die Gläubigen, die die Alte Messe lieben, einen legitimen Platz in jedem Dekanat dafür finden.
Die Gruppe kam eine Stunde vor der Messe zur Kirchenführung. Abgesehen von den für uns Europäer eher merkwürdigen Begrüßungsformen ("Hello, I'm John. How are you?") waren die Leute sehr sympathisch.
Wirklich berührt war ich davon, daß man sich im Katholischsein sofort nahe und einig war. Der gleiche Glaube, der gleiche Geist, die gleichen Formen. Das war schön!
Ein Freund, dem ich das erzählte, sagte, das sei das Prinzip von McDonald's: Überall auf der Welt finde man das gleiche an und fühle sich deshalb sicher und zu Hause. Der Unterschied ist nur der Inhalt und dessen Qualität...

Donnerstag, 27. Mai 2010

Lourdes Pfingsten 2010

Mit dem Malteser-Krankenzug des Bistums Münster war ich über Pfingsten das dritte Mal in Lourdes. Es waren schöne, erfüllte und anstrengende Tage. Wer als Deutscher nach Lourdes fährt, tut dies beim ersten Mal in der Regel mit Skepsis - gegenüber einer Marienerscheinung im 19. Jahrhundert und einer vermuteten süßlichen Frömmigkeit.

Wer dort war, weiß, daß Lourdes anders ist. Zwei Dinge beeindrucken besonders: das dichte Gebetsleben an der Grotte - dort "brummt es wie ein Trafohäuschen" - und die vielen Kranken und Behinderten, die in allem den Vorrang haben, wodurch sich eine Atmosphäre der Hilfsbereitschaft und des Friedens verbreitet.

In diesem Jahr fand zu Pfingsten die internationale Soldatenwallfahrt statt. Die Kirche aus allen Völkern und Nationen war zu sehen (Uniformen, Fahnen) und zu hören (Sprachen, Musik). Echte Hingucker waren die fünfzehn Schweizergardisten aus dem Vatikan und die irischen Dudelsackspieler in orangenen Röcken.

Sechs Musiker des Heeresmusikcorps gaben für uns am Samstag ein Platzkonzert, das in Partyliedern, Tanz und einer Polonaise gipfelte. Am Sonntag kamen dann die Iren und die Spanier auf unsere Station, um ihre Dudelsackkünste zum besten zu geben - sehr zur Freude aller.

Bilder und Kurzvideos finden sich hier (die hier zu sehenden Photos stammen aus dieser Quelle) und hier.

Donnerstag, 19. November 2009

Neues aus der Neumark

Ein Freund hat ein altes preußisches Domänenhaus in der Mark Brandenburg gekauft und stilgerecht renoviert. Er hat - "obwohl" lutherischen Bekenntnisses - eine Hauskapelle eingerichtet und mich gebeten, sie zu segnen. Dies war der Anlaß für eine Reise mit einem gemeinsamen Freund in den Osten.


Wir besuchten Beeskow, eine typisch märkische Stadt mit zentralem Exerzierplatz, der außerhalb der Übungszeiten auch als Marktplatz genutzt wird, rechtwinklig angelegten Straßen, an denen die Häuser wie die "Langen Kerls" aufgestellt sind, und einer gotischen Backsteinkirche.
Diese Kirche, St. Marien, wollten wir besuchen. Aber sie war - da lutherischen Bekenntnisses - verschlossen. Da kam ein Radfahrer und sprach einen von uns an, ob wir von der Firma X seien. - Nein. - Dann sei er sicher der Herr Y. - Auch nicht. Aber ob er uns sagen könne, wie man in die Kirche käme. - Ja, er habe den Schlüssel in der Tasche.
So hatte uns ein "Verwöhnpaket" Gottes erreicht: Der Mann, Herr Knut Krüger, ist seit 1968 Mitglied des dortigen Presbyteriums (so nennt der preußische Protestant irreführenderweise seinen Kirchenvorstand).


Der Mann ist ein Held: Er hat in DDR-Zeiten in reiner Privatinitiative die Rettung der wunderbaren Kirche eingeleitet. In Feierabendarbeit wurde der Verfall gestoppt und der Wiederaufbau eingeleitet - inzwischen ist das Dach gedeckt. Ansonsten ist die Kirche praktisch nackt - Backstein, weiße Fenster, Schotterboden.
Wir betraten den Raum. Ich spare mir alle Beschreibung; dieses Bild sagt alles:


Ich flüsterte dem Freund zu: "Hier müßte man einmal die Alte Messe feiern!"
Herr Krüger hörte das, seine Augen blitzten auf. Ob er richtig gehört habe? Man feiere 2011 ein Kirchenjubiläum und sei auf die Idee gekommen, aus diesem Anlaß einen Gottesdienst zu feiern, wie er zur Erbauungszeit üblich war.
Ich hoffe, daß er die Verantwortlichen überzeugen kann. Nach über einer Stunde, in der er uns das Werk erklärt, die Sakristei mit spätmittelalterlichen Fresken und das als Kirche genutzte Seitenschiff mit einem Christopherusbild aus den 1950er Jahren gezeigt hatte (daß dieser Nothelfer gegen den jähen Tod von den Lutheranern verehrt wird, ist doch erfreulich!), bat Herr Krüger um meine Karte. Er scheint es ernst gemeint zu haben...

Sakristei:

Danktafel für einen Wohltäter, der die Wiederherstellung der Turmuhr ermöglicht hat. Man beachte die Kritzeleien: Mt 6, 1-4 und (klein, mit Bleistift geschrieben) Mt 5, 16


Abends saßen wir in der Eisdiele des kleinen Ortes (Der Betreiber hat keine Wirtshauslizenz...). Bei den Einheimischen hatte sich herumgesprochen, daß ein echter KATHOLISCHER PRIESTER im Ort sei. Man schwankte zwischen Scheu vor dem Leibhaftigen und Neugier. Der ältere Herr neben mir faßte mich immer wieder am Arm. Er wollte vermutlich prüfen, ob ich echt sei... Ein junger Mann, dessen Vater überzeugter Kommunist und Atheist gewesen war, war nicht erreichbar für religiöse Themen. Keine Neugier, keine Anknüfungspunkte. Tot ist tot - Ende. Traurig.
Hinterher erfuhr ich, daß man im ganzen Dorf über dieses "Ereignis" sprach. 40 Jahre DDR im tiefsten protestantischen Preußen sind schon eine bemerkenswerte Hypothek...

Film von der Kirchweihvesper: