Freitag, 12. Oktober 2007

Katholische Glaubensinformation

Inzwischen muß man schon genau hinsehen, ob da, wohl "katholisch" draufsteht, dies auch berechtigt ist.
Hier eine Reaktion auf die Broschüre der Katholischen Glaubensinformation Frankfurt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

kürzlich bekam ich von einer engagierten Frau unserer Pfarrei die von Ihnen herausgegebene Broschüre„Erstkommunion. Das Elterheft“. Sie regte an, es an die Eltern unserer Kommunionkinder zu verteilen.
Ich habe das Heft studiert und bin begeistert von seinem ansprechenden Layout und die frische und überzeugende Art, auch moralische „heiße Eisen“ anzupacken.
Als ich aber auf der Seite 21 („Kleines Lexikon“) auf die Erklärung der Eucharistie stieß, wurde ich sehr enttäuscht: Ist die Messe „Abendmahlsfeier“? Ist die Eucharistie Dank für die „erlösende Gegenwart Jesu in den Gestalten von Brot und Wein“ und nicht vielmehr für die Erlösung durch Inkarnation, Kreuzesopfer und Auferstehung? (Vergleichen Sie dazu die Präfationen, in denen der Grund des Dankes genannt wird.) Schließlich: Ist der Kern des Hochgebets „Erinnerung an das Abendmahl“? Das sehen die reformierten Christen so. Ich war bisher davon ausgegangen, daß für uns Katholiken bei der Wandlung Christus selbst gegenwärtig wird – und zwar als der Gekreuzigte („Opfer“!).
Ich bitte Sie dringend, diese Fehler an zentraler Stelle zu korrigieren, und bestelle 40 Exemplare dieser verbesserten Neuauflage. Bitte senden Sie keinesfalls die jetzige Ausgabe.

Vielen Dank im Voraus und freundliche Grüße

Mittwoch, 10. Oktober 2007

Tag der abendländischen Musik

Am 3. Oktober fand in Dinslaken der traditionelle Tag der abendländischen Musik statt.

Mittwoch, 19. September 2007

Casel "Summorum Pontificum"


Das ultimative Meßgewand, nach "gotischen" Proportionen entwickelt (wenn auch keine gotische Glockenkasel)

Man benötigt 3,10m Stoff (1,60 m breit) und 7,50 m Stab (je nach Muster auch mehr).

Und so sieht es dann konkret aus.

Samstag, 15. September 2007

LAETIFICAT JUVENTUTEM MEAM


Am 14. September, dem Fest der Kreuzerhöhung, traten die Bestimmungen des Motu Proprio SUMMORUM PONTIFICIUM in Kraft, nach denen die Zelebration der hl. Messe nach dem Ordo Originis weitgehend allgemein freigegeben ist.

Aus diesem Anlaß fand sich in der 1249 errichteten Kirche der kleinsten Pfarrei des Bistums Münster, St. Johannes Senden-Venne, eine Gemeinde zur Feier eben dieser Alten Messe ein.

Die Schola kam von der Studentengemeinde Münster, Meßdiener und Organist waren zum Teil aus dem Ruhrgebiet angereist. Interessierte aus den umliegenden Orten waren gekommen. Der Altersdurchschnitt der 24 Mifeiernden lag bei etwa 40 Jahren.
Zelebrant war der Ortspfarrer, der zu diesem Anlaß einen einfach konstruierten mobilen Altaraufsatz als Bank für Kreuz und Leuchter hatte anfertigen lassen.

Der Ritus stand ganz für sich; es wurde kein persönliches Wort gesprochen. Gesungen wurde das komplette Proprium, die "Missa de angelis" (aus pastoralen Gründen...), nach der Messe Adoro te devote, Te Deum und Tantum ergo.

Nicht lateinisch waren nur am Ende der Messe ein Marienlied und ganz zum Schluß "Ein Haus voll Glorie schauet" (auf allgemeinen Wunsch eines einzelnen Herren die alten Strophen mit den Zinnen).

Die ganze Feier dauerte anderthalb Stunden, aber das ist niemandem aufgefallen. Es war eine spirituell tiefe, extrem "belebende" Sache.

Die Zahl der Mitfeiernden zeigt: Zumindest im Münsterland ist die Alte Messe (auf absehbare Zeit) Minderheitenprogramm. Aber die, die sie wünschen, sind mit viel Interesse und Engagement dabei - und deren Altersdurchschnitt ist vielversprechend.

Einige per Elektropost eingegangene Meinungen:

- "Heute abend war ich in der Missa Tridentina in Venne. Eine beeindruckende, würdige Feier! Ich bewundere auch die große Sicherheit der Schola, die sicherlich viel Übung gekostet hat. (...) Meiner Meinung nach ist die lateinische Sprache ein Garant dafür, dass die Kirchenbesucher nicht nur in einer Nabelschau sich selbst bemitleiden, sondern sich dem Opfer auf dem Altar zuwenden. Das haben Sie, meine ich, heute abend auch erreicht. Gern will ich mich aktiv beteiligen, wenn Sie Hilfe brauchen. (...) Mit freundlichem Gruß und dem herzlichen Wunsch, dass Sie weitermachen."

- "Ich kann nach wie vor kaum in Worte fassen, wie sehr mich die gestrige Messe bewegt hat. Es war nicht meine erste Begegnung mit dem tridentinischen Ritus, ganz gewiß nicht! Aber es war gestern etwas anderes. Es war würdig, rund, ohne aufgesetzt zu wirken, ja natürlich. In mir hat sich etwas verändert (...) Ich weiß nicht genau, wie ich es beschreiben soll, aber "selig" trifft es ganz gut! (...) Deine Warnung (...) ist mehr als berechtigt: Es macht (schon beim ersten Mal) süchtig!"

- "Das war wirklich salvatorisch gestern."

- "Liturgie in verständlicher Sprache."

Samstag, 1. September 2007

Richter-Fenster im Kölner Dom



Ein Freund schrieb mir zum neuen Fenster im Südquerhaus des Kölner Doms von Gerhard Richter:


„Ich verfolge seit ein paar Tagen mit Staunen die Diskussion um das neue Fenster im Dom zu Köln. Ob einem die Abstraktheit gefällt oder nicht, das kann jeder für sich selbst ausmachen. Aber was die Äußerungen des Herrn Kardinal so verblüffend macht, ist, daß dabei dessen Unkenntnis der ganzen theologischen, ästhetischen und symbolischen Zusammenhänge in einem gotischen Kirchbau ins helle Licht gerückt wird. Der Mann weiß offenbar weder über seine eigenen theologischen Traditionen Bescheid, noch weiß er, an welchem Ort er ist - für mich ein Beispiel einer sensationellen unzulässigen intellektuellen Unbedarftheit im Amt, was sogar einen Protestanten ärgert.“


Ich meine auch, der Kardinal hätte besser einfach nichts gesagt. Es gehen ihm eben gerne mal die Pferde durch. Nach seiner Argumentation müßte man den Altenberger Dom den Muslimen anbieten oder neu verglasen (am besten mit Bildern von Sieger Köder, das versteht wenigstens jeder!), denn die dortige hochmittelalterliche Grisaille-Glasmalerei ist ja auch abstrakt (nur Blätter).


Ich bin in Köln gewesen. Das Fenster paßt und entfaltet seine Wirkung. Es ergab sich zufällig ein Gespräch mit einer Klasse Lernbehinderter (8. oder 9. Schuljahr). Aufhänger war die Frage eines Schülers: „Was war denn da vorher?“ Ich erklärte, daß das neugotische Original samt Plänen im Krieg verlorengegangen sei und man danach ein farb- und bildloses Provisorium eingesetzt habe.


Auf meine Frage, wie sie das Fenster finden, sagten sie als erstes: „Sieht klasse aus.“ 


Gut, daß es sie an Pixel erinnerte, näherhin an einen Bildschirm, wenn der Rechner abstürzt, war nicht gerade ein optimaler katechetischer Aufhänger; ich wies lediglich darauf hin, daß es hierbei nicht um Abstürzen ginge, ganz im Gegenteil.


Daß man sich mit dem neuen Kunstwerk farblich und formal zurückgehalten, auf eine eigene (handfest-figürliche) Aussage verzichtet und die Farben der vorhandenen Fenster gewählt hatte, gefiel den Schülern. Einer sagte: „Also sind alle Fenster in diesem einen mit drin.“


Die theologischen Zusammenhänge sind in einer gotischen Kathedrale, die ja ein Gesamtkunstwerk aus Form, Farbe, biblisch-geschichlicher Erzählung und theologisch-liturgischer Aussage ist, so komplex und sensibel, daß man, wie man so schön sagt, genauer hinsehen muß. Z.B.: Was gehört vom ursprünglichen Konzept her in das Südfenster? Was ist in der Nachbarschaft und gegenüber dargestellt und warum?


Ein abstraktes Fenster ist hier natürlich keine konkret-inhaltliche Antwort. Das aber ist wiederum auch eine Antwort, die sagt: Wir wollen oder können heute in diesem sensiblen Geflecht der Beziehungen und Aussagen keine (inhaltliche) Aussage machen, darum beschränken wir uns auf die Farben (die alle aus vorhandenen Fenstern zitiert sind, damit bringt das Fenster nichts Neues), die Wirkung des Lichtes (die genau dem entspricht, was die Gotik intendiert) und die moderne Form (damit man sieht, daß es von heute ist).


Als Protestant mußt Du dich nicht ärgern, das macht doch Huber-Bubba schon für Dich ganz ordentlich ...


Zum Richterfester und einem Gang durch das Triforium des Kölner Domes


Rekonstruktion des "Alten Doms" (804)


Ulrich Terlinden, Die Theologie der gotischen Kathedralen (PDF)


Freitag, 10. August 2007

Konrad Beikircher

Ich war gestern zu einem Kabarettabend bei Konrad Beikircher und hatte sogar in der Pause Gelegenheit, mit ihm zu sprechen. Sehr sympathisch - und praktizierender Katholik.

Es war schon faszinierend, wie er im Vorbeigehen (eigentlich war er gerade beim Thema "Verteilen von Reliquien") erwähnte, daß seine Tochter in Japan gelebt habe und dort "sonntags immer" in eine St. Barbara-Kirche gegangen sei - da zuckte das münsterländer Bildungsbürgertum (hauptsächlich im damaligen Alter der Drewermannschüler) still und doch merklich zusammen. Man müsse sich die Kirche zwar mit den Protestanten teilen ("Dat sin Schmerzen!"), aber in der katholischen Hälfte des Altars sei eine Barbara-Reliquie enthalten.

Er sagte, es sei unter deutschen Kabarettisten praktisch verboten zu glauben - das habe eine bekannte Kabarettistin so einmal zu Hanns Dieter Hüsch gesagt, einem der ersten deutschen Kabarettisten, der sich zu seinem christlichen Glauben bekannt hat.

Sonntag, 20. Mai 2007

Bunte Kirchen im Bergischen Land

Auf dem Weg durchs Bergische sah ich zufällig durch eine Baumgruppe hindurch einen romanischen Kirchturm.
Neugierig fuhr ich hin und stand vor der kleinen Wehrkirche von Wiedenest, erbaut in Form einer Kreuzschiffbasilika mit mittelalterlichen Fresken im Chor.
Der Raum dieser inzwischen reformierten Kirche war ganz wunderbar - und selbst die Reformierten, die es ja gewöhnlich beherrschen, mit wenigen Handgriffen aus einem schönen Kirchenraum ein biedermeierliches Studierzimmer zu machen, haben dieser Kirche ihre sakrale Atmosphäre nicht nehmen können.
Der Küster, der glücklicherweise gerade in der Kirche arbeitete, wies mich darauf hin, daß es noch mehr "bunte Kirchen" dieser Art in der Umgebung gebe. Es lohnt sich nicht unbedingt, eigens hinzufahren, aber ein Abstecher ist sehr zu empfehlen - v.a. nach Wiedenest und Lieberhagen.

Übersicht der auf diesem Blog dargestellten Orte

Donnerstag, 17. Mai 2007

Kein Benehmen

... hatten die Meßdiener aus zwei Nachbarpfarreien, die heute an unserem Hochamt teilnahmen.
Am Ende sollten die Teilnehmer einer Meßdienerfreizeit aus unserer und den Nachbarpfarreien den Reisesegen bekommen. Die Messe wurde feierlich mit vielen Meßdienern, Weihrauch und allem drum und dran gefeiert. Es gab an sich genug zu sehen, zu hören und zu riechen, wenn man hätte mitfeiern wollen.
Unsere Meßdiener hatten denn auch am Ende nicht viel mehr als Naserümpfen und Kopfschütteln dafür übrig, daß ihre auswärigen "Kollegen" ständig miteinander redeten - sogar während der Wandlung -, Gebetbücher hinunterfallen ließen und mit den Handtaschenhaken klapperten. Ob sie denn gar nicht glaubten?
Die älteren rieten zur Arroganz: Da müsse man drüber stehen, sich nicht aufregen und sie allenfalls mit einer wohlüberlegten und -plazierten Bemerkung zum Nachdenken bringen.
Ich muß ihnen recht geben. Eine gewisse Abgrenzung in dem Bewußtsein, es wenigstens Ansatzweise verstanden zu haben, worum es geht, ist hilfreich.
Ich gestehe, daß ich stolz auf unsere Meßdiener bin.

Montag, 30. April 2007

Hartgesotten

... war der 75jährige Pfarrer em. der die Tochter meines Cousins getauft hat: Er hatte jahrzehntelang eine große Pfarrei im Ruhrgebiet geleitet, die inzwischen kleingeworden und aufgelöst ist infolge der Tatsache, daß die ehedem italienischen und daher katholischen Gastarbeiter auf seinem Pfarrgebiet durch türkische und darum weniger katholische ersetzt sind. Nun lebt er als Emeritus in einem leergewordenen Pfarrhaus.

Er kam bekleidet mit Chorkleidung und ca 25 cm breiter schiefsitzender Stola (in Fachkreisen wird die priesterliche Insignie ab einer Breite von 12 cm "Potenzstreifen" genannt), machte das Kreuzzeichen und grüßte "Der Herr sei mit euch!" (beides ist weder im Ordo Novus noch im Ordo Originis vorgesehen). Er forderte die Gemeinde dann auf, sich zu setzen, was sie auch tat.

Bemerkenswert war, daß er die Fragen nach dem Namen, der Bereitschaft zu christlicher Erziehung und Übernahme des Patenamtes nicht als Frage, sondern als Aufforderung formulierte: "Seien Sie sich dieser Aufgabe bewußt!")

Was muß er schon alles erlebt haben, daß er den Gläubigen noch nicht einmal mehr zutraute, diese einfachen Fragen zu beantworten! Wohl zu oft waren die Befragten stumm geblieben.

Der Glaube wurde konsequenterweise auch nicht erfragt, die Allerheiligenlitanei zwar angekündigt aber nicht gebetet, dafür aber sowohl die Katechumenen- als auch die Chrisamsalbung gespendet. Das Taufkleid berührte er zwar kurz, ließ es aber liegen mit der Bemerkung, es sei zu warm.

Abgesehen davon, daß manches von seinem Tun eine Folge seines Alters war, so war diese Taufe für mich ein Schlüsselerlebnis: Wir standen - obwohl die Taufgemeinde durchaus katholisch sozialisiert und gläubig war - vor den Trümmern der zusammengebrochenen Volkskirche, geronnen in den Erfahrungen dieses an sich sympathischen alten Priesters. Er traute dem Volk nichts mehr zu. Er tat das, was er als Priester zu tun hatte, verband es pflichtbewußt mit viel katechetischen Ermahnungen, rechnete aber gar nicht mehr damit, daß es gläubige und voll initiierte Katholiken gibt.

Samstag, 28. April 2007

AVE SPES NOSTRA

Mit diesem Worten beginnt der Introitus der Kevelaerer Votivmesse zu Ehren der seligen Jungfrau Maria, der Trösterin der Betrübten. Am Samstag, dem 28. 4. 2007 wurde diese Messe in der neugotischen Basilika seit der Liturgiereform erstmals wieder im Original gefeiert.

Bilder:




Montag, 14. November 2005

Chartres - die Krone des Abendlands

Eine ganze Woche war ich in Chartres - zum wiederholten und bestimmt nicht zum letzten mal. 


Die Kathedrale, errichtet ab 1198, ist die erste der klassischen hochgotischen. Es folgen Reims, Amiens, Köln. Danach kündigt sich die Spätgotik an, wenn man das einmal so verkürzt sagen darf.


Leider waren einige Fenster wegen Restaurierungsarbeiten ausgebaut. Chartres hat den größten Teil der hochmittelalterlichen Fenster bewahrt - unglaubliche Wirkung.


Auch sonst ist hier, denkt man an die Zerstörungen vor allem der Revolution, erstaunlich viel erhalten. 


Einst war hier ein keltlisches Heiligtum. Der Name Chartres kommt von den den Asterixlesern bekannten Karnuten. Die Römer verehrten hier eine virgo paritura, die Jungfrau, die gebären soll. Daran konnten die christlichen Missionare gut anknüpfen.


Chartres ist mit recht die Krone des Abendlandes genannt worden.






















Süd- oder Gerichtsportal:





Südportal: Seelen der Gerechten:



In Abrahams Schoß:







Südturm:



Notre Dame della belle verière - Unsere Liebe Frau vom schönen Fenster:




Tympanon über dem Haupt- oder Königsportal:



Nördliches Westportal mit der Himmelfahrt Christi:



Pytagoras:



Janus:




Johannes-Fenster:


„Komm nun, mein Auserwählter, zu mir,

es ist Zeit, daß du an meinem Tische mit deinen Brüdern gespeiset werdest.“ –

„Herr Jesu Christe, siehe, ich komme

und danke dir, daß du mich gewürdigt hast zu deinem Tische;

denn du weißt, daß ich dein von ganzem Herzen habe begehrt.“


St. Johannes Ev. in der Legenda Aurea






Westfenster:






Nordrose:





Chorumgang - Außenseite der Chorschranken, ausdrucksstarke Bilder aus dem Leben Jesu aus der Spätgotik/Renaissance:













Südrose:



Barocker Hochaltar. Madame hat ob des Gewichts des Carraramarmors Schwierigkeiten mit dem Abheben. :-)