Dienstag, 15. Juli 2014

Utrecht und Zuilen (Zuylen)

Utrecht ist neben Nimwegen eine der ältesten Städte der Niederlande: Hier ging in Zeiten des Römischen Reiches vor der Nordsee nach meiner Information die letzte Brücke ("trajecum") über den Rhein. Von "ultra trajectum" leitet sich der Stadtname ab, was "jenseits der Brücke" bedeutet

Bedeutsam wurde die Stadt vor allem durch die Mission des Heiligen Willibrord, Patron des Niederrheins und "Erfinder" der Springprozession zu Echternach, dessen Dom (in gotischer Gestalt) die Mitte der Stadt bildet, aber zur Zeit unter protestantischer Verwaltung steht. ;-)



Die St. Nikolaus-Kirche (St. Nicolai / Sint Nikolaas) ist nach drei (!) Bilderstürmen an die Calvinisten übergegangen. Da diese gar nicht so viele Kirche brauchten, schaffte die Gemeinde ein bedeutendes Glockenspiel an, erhöhte dafür den Südturm und hoffte erfolgreich, dadurch einen Abriß der Kirche zu verhindern.




Lustiges Projekt: Kirchen-Gucken-Utrecht. Natürlich ohne geistlichen Anspruch, aber immerhin kommt man so auch in protestantische Kirchen.




Spuren der romanischen Kirche.



Calvinistisches Predigtzentrum. Der Predikant schreitet durch zwei goldene Bögen auf die Kanzel.


Der Dom St. Martinus ist eine wirklich herausragende gotische Kathedrale (gewesen). 
Sein Langhaus ist im 17. Jahrhundert eingestürzt...













Es wird (sogar) gebetet.



Mittelalterliche (katholische!!!) Fresken sind freigelegt.



Hier finden ökumenische Mittagsgebete statt.


An diesem Freude erweckenden Ort wird bei protestantischen Hauptgottesdiensten die Frohe Botschaft den Gläubigen kundgetan:




Man könnte die Calvinisten als die christliche Denomination bezeichnen, die immer alles kaputtmacht. ;-)




Zur Buurkerk, der einst ältesten Pfarrkirche der Stadt...





... Das ist sie nicht mehr:





Christliche Spuren:





Jetzt gehts zur neugotischen St. Willibrord-Kirche mitten in der Altstadt Utrechts. Sie ist im Besitz einer privaten Stiftung, die für ihre Renovierung gesorgt hat. Hier wird - horribile dictu - regelmäßig die Alte Messe zelebriert, wozu die Stiftung die Kirche an das Erzbistum vermietet hat. 2017 hat die Piusbruderschaft die Kirche übernommen.












Marienaltar:




Der Kreuzweg ist - man muß es so sagen - blau.



Herz-Jesu-Altar:




Der Heilige Willibrord:




In einer Nebenkapelle werden offenbar Reliquien des Heiligen Willibrord verehrt:




Vor der St. Johanneskirche (Sint Jan) steht ein Denkmal des heiligen Willibrord.



"Seht das Lamm Gottes..."



In der Kirche freilich geht es zu wie in den meisten calvinistischen Kirchen der Niederlande...







Dann bin ich nach Zuylen (neuerdings Zuilen) gefahren, genauer gesagt nach Oud Zuilen, weil das Navigationsgerät nichts anderes zu bieten hatte. Der Ort liegt nahe bei Utrecht. Hier ist der Heilige Ludgerus geboren. Darauf findet man hier keine Hinweis. 

Auch das Schloß Zuilen/Zuylen (ehemalige Burg) ist zu jung, als daß er dort geboren sein könnte. (Im Nachhinein habe ich im Netz die Geburtkapelle entdeckt, aber die ist natürlich jüngeren Datums.) Dennoch ein nettes Dörfchen.








Beim ersten Versuch, die reformierte (hervormde) Kirche in Zuilen aus dem 17. Jahrhundert zu betreten, stieß ich auf eine Trauergesellschaft mit "weltlichem Redner". Auf dem späteren Rückweg vom Schloß war die Trauerfeier vorbei, und ich kam in die Aufräumarbeiten. Der Sarg war noch nicht weggeräumt...