Freitag, 24. März 2017

Brügge Westflandern

Flandern (Vlaanderen) ist der nördliche Teil Belgiens, ursprünglich nach Westen hin ins heutige Frankreich ragend. Die Grafschaft entstand als erstmals im 9. Jahrhundert erwähnter Gau in der Gegend zwischen Brügge und Blankenberge. Durch verschiedene Heiraten und andere Intrigen wuchs das Land an Größe und Reichtum, letzteres nicht zuletzt durch den Tuchhandel, für den die Wolle aus England kam. 
Nach der Teilung des Karolingischen Reichs in Westfranken, Loth(a)ringen und Ostfranken 843 im Vertrag von Verdun und der 870 im Vertrag von Meerssen vereinbarten Aufteilung Lothringens zwischen Westfranken (Königreich Frankreich) und Ostfranken (Heiliges Römisches Reich, "Deutschland") liegt Flandern in beiden Reichen, "Kronflandern" in Frankreich, "Reichsflandern" im Heiligen Römischen Reich. Die Maas und die Schelde, die bei Antwerpen das Festland verläßt, bilden die Grenze.
Flandern gehörte zu den Burgundischen Niederlanden, was sich bis heute sehr angenehm in Kultur, Küche und feinen Lebens- und Sinnesfreuden bemerken läßt.
Die "Krone Flanderns" ist Brügge, eine wunderbare Stadt, die im Mittelalter sehr reich war, dann aber durch die Versandung des Nordseezugangs an Bedeutung verlor, weswegen an der Küste Seebrügge (Zeebrugg(h)e) gegründet wurde.
Die Stadt bietet ein beachtliches Ensemble von prächtigen mittelalterlichen und frühneuzeitlichen kirchlichen und weltlichen Bauten. Die Kathedrale St. Donatus wurde unter Napolelon abgerissen, heute dient die Kirche St. Salvator als Bischofssitz.
Geistlicher Höhe- und Mittelpunkt der Stadt ist die Heilig-Blut-Basilika, in der etwas vom menschlichen (also nicht aus der kirchlichen Eucharistie entstandenen) Blut Christi verehrt wird.
Wunderbar ist auch der in den Niederlanden häufig anzutreffende Beginenhof, der hier nicht nur besonders groß, sondern auch noch geistlich besiedelt ist, und zwar von Benediktinerinnen, die sich aber als Beginen kleiden. (Das Kloster hat z. Zt. keine Netzpräsenz.)
Die folgenden Bilder habe ich leider nur mit dem Telephon aufgenommen und bitte die schlechte Qualität zu entschuldigen.

Brügge, Beginenhof:










An den Chorräumen der Brügger Kirchen sind außen Schilder angebracht, die auf die Anwesenheit des Allerheiligsten hinweisen (das kleine blaue).







Liebfrauen mit einer Madonna von Michelangelo und einem Emmausbild von Carravaggio - gegenüber das Hospital St. Johannes.






Madonna von Michelangelo:



Ein Caravaggio - er konnte auch besser.


Herrschergräber:







Grabmäler von Maria von Burgund und ihres Vaters Karls des Kühnen, der die Streithandschuhe abgelegt hat, vor dem Hochaltar.










Blick nach St. Salvator, der heutigen Kathedrale:




Der große Markt mit Hallen und Belfried:





Rathaus und Heilig-Blut-Basilika:














St. Salvator:













Nach Wulpen und Veurne in Flandern.

Nach Blankenberge in Flandern



Mittwoch, 15. März 2017

Confessio et pulchritudo - Erfreuliches aus den Niederlanden

Gestern war ich zur Vesper in der Abtei S(ch)langenburg bei Doetinchem im niederländischen Achterhoek.

(Bild von der Homepage der Abtei)

Die Abtei wächst, zur Zeit leben etwa 15 Mönche dort - man war schon mal "runter" bis sechs, soweit ich weiß. 

Die Liturgie des Stundengebets wird noch ganz in der „Tradition der Reformen“ gehalten, nach einem eigenen Antiphonale von 1988 im Schreibmaschinenlayout mit entsprechenden Gesängen. Nun ja… Nach einer Art Invitatorium (!) und drei (!) Psalmen folgte eine Gebetsstille vor der Lesung, bei der man spürte, wie die Beter sich für den Empfang des Wortes Gottes bereiteten. Sehr schön.

Im Gespräch mit einem Postulanten (…) erfuhr ich, daß der ganze Konvent an allen Horen geschlossen teilnimmt und daß die Messe strikt nach Meßbuch und ohne irgendwelche weiteren Zutaten gefeiert wird („Unterhaltungswert 0“). 

In die Abtei sind in letzter Zeit mehrere Weltpriester eingetreten, unter anderem ein Generalvikar. Neben Slangenburg wächst in den Niederlanden auch die Abtei Egmond, von der ich hier berichtet habe, die anderen kriseln zum Teil schwer. Allein die strenge Observanz bringt es also nicht. Es ist eher die Gemeinschaft aufrichtiger Gottsucher.

Über die Abtei und die Kultur der Gastfreundschaft gibt es hier ein sehenswertes Video aus dem niederländischen Fernsehen.

Samstag, 11. März 2017

Messe zur Jahreshauptversammlung

Am 4. März 2017 fand in Hau die Jahreshauptversammlung von orietur occidens statt. Sie begann mit einem kleinen aber gepflegten Choralamt in der alten St. Antoniuskirche

Der Kassenwart hat unter anderem dieses Bild gemacht:


Samstag, 25. Februar 2017

Sonntag, 15. Januar 2017

Montag, 5. Dezember 2016

Zum Nikolausabend

Hl. Nikolaus von Martin Schongauer, um 1475



Wij vyeren heden, 
Na d'oude seden,
Der Katholijcker Kercken;
Tot Godes Glory,
De goe memory
En d'aenghename wercken
Van Nicolaes, den vriend
En knecht des Heeren.
Komt al die Godt bemindt
Komt die de deucht besindt
Want hier is't dat men vindt
Van beyde' te leeren

Van d'eerste jaren,
(Naar ons verclaren
De sekerste getuyghen)
Heeft hy de lasten
Van 't Christen vasten
Beoeffend oock in 't suyghen.
Want siet, het soete lam,
't Welck t'and'ren tijden
Sijn noodigh voedsel nam,
En soogh maer eens de mam
Zoo dick den Vrydagh quam,
Om Christus lijden.

Ja 's Woensdaeghs mede,
Om d'eyghe reden,
Hoe seer hy quam te dorsten
Zagh m'hem versterven,
Zagmen hem derven
Sijn moederlijcke borsten,
Tot dat nu was geswight
De strael der Zonnen.
Die 'n werdt hier niet gesticht
In een soo vroeghen licht?
Gaet voort O heyligh wight!
G'hebt wel begonnen.


Joannes Stalpart van der Wiele (Hubert Waelrant)