In manchen Kirchen liegt das Korpolale ("Leibtuch") ständig auf dem Altar und weist keine Bügelfalten auf.
Das Tuch dient dazu, Partikel (Krümel) aufzufangen, die beim Brechen der Hostie abfallen, weil auch diese, wie das ganze gewandelte Brot, der Leib Christi sind.
Aus der Fronleichnamssequenz:
Fracto demum sacraménto,
ne vacílles, sed meménto
tantum esse sub fragménto,
quantum toto tégitur.
Wenn dann schließlich gebrochen wird das Sakrament,
wanke (=zweifle) nicht, sondern erinnere dich,
daß unter (je)dem Bruchstück
das Ganze verhüllt ist.
Nulla rei fit scissúra,
signi tantum fit fractúra,
qua nec status nec statura
signáti minúitur.
Nie kann die Wirklichkeit gespalten werden.
Nur dem Zeichen geschieht die Brechung,
durch die weder der Zustand noch die Gestalt
des Bezeichneten gemindert wird.
Darum faltet man das Korporale so, daß die Partikel nicht auf den Boden fallen können. Es wird vor der Wäsche in Wasser eingelegt, damit sich die Brotpartikel auflösen und damit die Gegenwart Christi erlischt, die an die Gestalt (Akzidenz) des Brotes gebunden ist.
Ein Korporale ohne die Bügelfalten (hier ist es sogar nur eine Serviette), das ständig ausgebreitet auf dem Altar liegt, ist ein "Unglaubensbekenntis" und zum sinnlosen Mitteldeckchen geworden.