Freitag, 8. August 2014

Seligenstadt - SS. Marcellinus und Petrus

Seligenstadt hat seinen Namen von den Heiligen Marcellinus und Petrus (gemartert unter Diokletian im 4. Jahrhundert), deren Gebeine hier seit karolingischer Zeit ruhen und die im Römischen Meßkanon genannt werden.

Einhard, Sekrerär und Biograph Kaiser Karls des Großen, hat die Basilika errichtet und eine Benediktinerabtei gegründet. Vierung und Chor sind gotisch erneuert; das Langhaus ist noch von Einhard, der Westbau scheint wilhelminisch-neoromanisch zu sein.

Nicht verschwiegen sei die schöne Tatsache, daß Einhard bereits vorher eine andere Basilika zu Ehren der beiden Heiligen in Steinbach (Michelstadt) errichtet hat (Bilder hier). Da die beiden Heiligen (oder jedenfalls deren Reliquien) mit ihrer neuen Grabstätte nicht glücklich waren, entschloß sich Einhard zum Bau einer zweiten Kirche im heutigen Seligenstadt. Dort lief alles prima: Wunder, Gebetserhörungen, was man als Heiliger eben so macht.

Hier einige Eindrücke (ein paar Bilder habe ich schon vor Jahren bei schlechterem Wetter gemacht, daher die unterschiedlichen Lichtverhältnisse):





Der heilige Priester und Martyrer Marcellinus:


Der heilige Exorzist und Martyrer Petrus:


Das wilhelminische (?) Westwerk:


Karolingisches Langhaus von außen. Der gotische Vierungsturm spricht für sich.



Unter der Zentralkredenz ;-) - der Schrein mit den heiligen Gebeinen:




Der Josephsaltar im Südquerhaus ist bemerkenswert: Der heilige Nährvater wird von Melchisedech und Samuel flankiert:



Der barocke Marienaltar im Nordquerhaus birgt eine gotische Madonna:




Karolingisches Mauerwerk:


Südlich der Kirche befinden sich die Abteigebäude - ein freundlicher, friedlicher Ort.






Ein kurzer Gang führte mich durch die schöne Fachwerkstadt.




Das häßliche Rathaus erinnert mich an postrevolutionäre Mairien in Frankreich.



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