Freitag, 8. August 2014

Wanderung zur Gedererwand - schön gescheitert

Dieses Jahr habe ich wieder einmal Urlaub am Chiemsee gemacht. Erneut zog es mich auf die Kampenwand. Mithilfe der Wanderkarte erkundete ich eine neue Route, die allerdings nicht klappen wollte. Ich "scheiterte" an der Gedererwand.

Ich habe das Ziel also nicht erreicht, sondern bin auf etwa 1200 m Höhe am Felsmassiv der Gedererwand nicht weitergekommen und mußte - unter sozusagen sportlichen Verhältnissen - zurück.

Es war - trotzdem oder gerade deshalb - eine wunderbare Wanderung. Gottes Schöpfung - und ich als ihr denkender Teil mitten darin: ausgesetzt den Eindrücken, Erlebnissen der Natur und meiner selbst, meinen Gedanken... Schaffe ich den Weg, ist er richtig? Komme ich auf diesem steilen, steinigen Pfad heil zurück, falls ich den Weg zur angezielten und bekannten Kampenwand nicht finde?

Die Freude an der Schönheit der Schöpfung und am eigenen Leib in der erfrischenden Natur, die Strapazen und Zweifel und schließlich sogar das Verfehlen des Zieles - alles das bringt einen im besten Sinne des Wortes "auf den Grund".

So etwas wünsche ich jedem: Es stärkt körperlich und seelisch. Und für den Glaubenden ist es ein ganzheitliches Gebet: ein Lobpreis des Schöpfers und eine glückliche Betrachtung seiner selbst als von Gott geschaffener Mensch in dieser uns von Ihm geschenkten Welt, die zwar die Last der Gebrechlichkeit, aber eben auch die Verheißung von Schönheit und Glück in sich trägt. 

Viel Freude beim Betrachten der Bilder!

Am Ausgangspunkt:

Da wollte ich hin:





Blicke zurück:






Schachtelhalm - urzeitliche Pflanze:



Durch Hintergschwendt:





















So schön ist die vielgeschmähte (Alpen-) Distel:



Schafsgarbe:





Stille Schönheiten des Waldes:






















Auf der Höhe der Almen:





Die Gedererwand, um die ich eigentlich herum wollte, um zur Kampenwand zu kommen:





Ein letztes Bild von mittlerer Höhe. Danach habe ich den Photoapparat verpackt, denn jetzt brauchte ich "alle Viere" für den Weitermarsch...



Die Wand ist erreicht. Sie ist erhaben, unfreundlich, abweisend. Senkrecht, kalt und naß ragt sie empor. Wenn aus ihren unglaublich tiefen Spalten, die sich über unglaubliche Höhen erstrecken, Trolle oder so etwas hervorkämen, würde man sich nicht wundern.





Nach weiteren sehr abenteuerlichen Metern erkenne ich, daß es nicht weitergeht, und schieße die letzten Bilder aus etwa 1200 m Höhe:







Weiter nach Burghausen - zur längsten Burg der Welt.

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