Donnerstag, 20. Juli 2017

St. Johannes Attendorn

Die Atta-Höhle in Attendorn im Sauerland ist die größte Tropfsteinhöhle Deutschlands. Sie ist vor 40 Millionen Jahren - also erst in der Erdneuzeit ;-) - von einem unterirdischen Fluß aus dem Felsen ausgewaschen worden. Seit dem hat das durch das Deckgestein sickernde Wasser eine faszinierende Tropfsteinlandschaft entstehen lassen, deren ältesten Gebilde 2,5 Millionen Jahre alt sind. Es scheint also eine längere Zeit nicht geregnet zu haben... 

1907 wurde die Höhle bei einer Sprengung im Kalksteinbruch entdeckt und ist seit dem Naturdenkmal - und bis heute im Privatbesitz. 

Die Höhle ist wunderschön, ja prächtig, geheimnisvoll und sozusagen transzendent. Hier hat sich der liebe Gott also wieder einmal in sein Lieblingsgewand "Zufall" gehüllt und über 40 Millionen Jahre im Inneren der Erde etwas Wunderbares entstehen lassen, damit es dann seine Menschenkinder per "Zufall" entdecken und sich daran erfreuen können. :-)

Der Name "Attendorn" und "Atta-Höhle" geht übrigens auf eine adelige Dame (hochdeutsch vielleicht "Ada", "Oda"?) zurück, deren genaue Bedeutung für die Stadt ich nicht ergründen konnte. Wer "Attendorn Geschichte Atta" googelt, stellt fest, daß in Attendorn vieles "Atta" heißt, findet aber nichts über die Dame...


200.000 Besucher im Jahr spülen bei 9,- Eintritt für Erwachsene wahrscheinlich mehr Geld in die Kasse, als wenn man damals mit dem Sprengen fortgefahren wäre. ;-)


Leider ist das Photographieren verboten. Aber einen guten Eindruck gewinnt man über den virtuellen Rundgang der Höhlen-Seite (Film - Bilder).



Hier ein "geklautes" Bild:

Der Rundgang durch die Atta-Höhle dauert etwa 40 Minuten. - Foto: Atta-Höhle
Quelle: http://westfalium.de/2014/01/17/hoehlensystem-laesst-besucher-staunen/

Nach der Führung durch die Höhle fuhr ich in die Stadt.


Historisches Rathaus:


Gegenüber die im 9. Jahrhundert gegründete St. Johannes-Kirche, der "Sauerländer Dom" - in Neheim gibt es noch einen solchen. (Infos hier und hier; Panoramabild hier):



Der Turmsockel kann was erzählen...



Romanisches West-/Hauptportal:



Die drei westlichen Fenster der Nordwand haben zwei unterschiedlich breite Etagen, gegliedert unten in drei und oben in vier Lanzetten. Geht der untere Teil auf die schmaleren Fenster der Vorgängerbasilika aus dem 11./12. Jahrhundert zurück? Oder hat man mit kleineren Fenstern begonnen und dann den Plan geändert?





Typische westfälische Hallenkirche mit dicken Säulen:


Die Orgel steht im Südschiff.





Das Fenster über dem Hauptportal weist historische Bezüge nach Köln und Siegburg auf. Das an der Kirche angesiedelte Kollegiatskapitel war 1396 vom Kölner Erzbischof bestätigt worden - das Sauerland war ja einmal kurkölnisch. 



Teile der Barockausstattung.



Blick nach Westen auf die romanische Turmwand.



Taufstein in der Altarstufenanlage - hm...



Die Pietà aus dem 14. Jahrhundert weist eine entfernte Verwandtschaft zu der im münsterländischen Telgte von etwa 1370 auf, ist aber deutlich "weicher".



Das Pfarrhaus von St. Johannes Attendorn - oder besser: Der Pfarrhof.



Keine Kommentare: