Freitag, 11. September 2015

Grassau und das Achental - Rheinland im Chiemgau

Grassau, in der südlichen Chiemseeniederung gelegen, ist die ursprüngliche Pfarrkirche des ganzen Achentals (Tiroler Ache), das hinüber nach Tirol führt und ein alter Weg nach Rom ist.

Daher zogen hier einst fränkische Herrscher in den südlich der Alpen gelegenen Teil des Reiches und zum Papst. Das ist der Grund dafür, daß die Kirchen des Achentals fränkische Patrozinien tragen und weitere fränkische Heilige in den Darstellungen zu finden sind. Quasi das Rheinland des Chiemgaus.

Zunächst die "Talstation": Grassau, St. Mariä Himmelfahrt:







Altar der sieben Zufluchten:












Unter der Orgelbühne:









Unterwössen, St. Martin, leider schrecklich erweitert:





















Hl. Bartholomäus, der aus seiner Haut kommt:













Schöne arme Seelen:








Die "Streichenkirche" St. Servatius - letzte Kirche vor Tirol:

















St. Servatius im Chorfenster:






Während langweiliger Predigten entstandene Inschriften des gläubigen Volkes:  


Auf einer Wanderung ging es weiter über die Grenze bis zur Wallfahrtskapelle Maria Klobenstein. Leider hat dann mein Photoapparat den Geist aufgegeben. 



Ein schönes Tier:








Dienstag, 8. September 2015

Hittenkirchen

Hitto gründete die Kirche von Hittenkirchen um 800. Die heutige Kirche ist im Kern romanisch und sehr fein barockisiert. Ich sprach die Küsterin an und lobte das schöne Gotteshaus. Sie bestätigte und sagte, das sei hier in der Gegend normal und liege am Einfluß Salzburgs.










Vernünftiges Heiligenprogramm im Hochaltar: 

- St. Urban:

- St. Ulrich:





Die Mutter vom Guten Rat im Marienaltar:






Barockleuchter: Alles nur Fassade!






Zu: Urlaub am Chiemsee



Urschalling

Am Westhang des Chiemseetales steht im Dörfchen Urschalling die ehemalige Burgkapelle St. Jakobus aus dem 13. Jahrhundert, die mit romanischen und gotischen Fresken geziert ist.











Im Chorgewölbe befindet sich eine bemerkenswerte Dreifaltigkeitsdarstellung: Gleichzeitig ein und doch drei Wesen, deren mittleres, der Heilige Geist, als Frau gemalt ist:



Ein ungerecht Erhängter, der nach der Legenda Aurea vom Heiligen Jakobus vor dem Tod bewahrt wurde:



Dieser "Eierkocher" ist eine Lampe: Die Kuhlen wurden mit Öl befüllt, das an Dochten verbrannte.





Samstag, 8. August 2015

Stimme und leuchtende Wolke wegrationalisiert

Am Fest der Verklärung des Herrn (6. August) betet die Kirche im Ordo Novus dieses Tagesgebet (Oratio Collecta):

Deus, qui fídei sacraménta 
in Unigéniti tui gloriósa Transfiguratióne 
patrum testimónio roborásti, 
et adoptiónem filiórum perféctam 
mirabíliter præsignásti, 
concéde nobis fámulis tuis, 
ut, ipsíus dilécti Fílii tui vocem audiéntes, 
eiúsdem coherédes éffici mereámur.

was einigermaßen wörtlich übersetzt heißt:

Gott, der du des Glaubens Geheimnisse 
in deines Einziggezeugten herrlicher Verwandlung 
durch der Väter Zeugnis bekräftigt 
und die vollkommene Annahme der Söhne 
wunderbar vorbezeichnet hast, 
gewähre uns, deinen Dienern, 
daß wir, jenes deines geliebten Sohnes Stimme hörend, 
zu dessen Miterben gemacht zu werden verdienen.

Diese Oration ist aus dem Ordo Originis übernommen, aber gekürzt. Hier heißt es:

Deus, qui fídei sacraménta 
in Unigéniti tui gloriósa Transfiguratióne 
patrum testimónio roborásti, 
et adoptiónem filiórum perféctam
voce delápsa in nube lúcida 
(= durch die Stimme, die erging in der leuchtenden Wolke) 
mirabíliter præsignásti, 
concéde nobis fámulis tuis, 
ut, ipsíus dilécti Fílii tui vocem audiéntes, 
eiúsdem coherédes éffici mereámur.

Kennt jemand den Sinn dieser Kürzung?


Hier die offizielle deutsche Übersetzung:

Allmächtiger Gott,
bei der Verklärung deines eingeborenen Sohnes
hast du durch das Zeugnis der Väter
die Geheimnisse unseres Glaubens bekräftigt.
Du hast uns gezeigt, was wir erhoffen dürfen,
wenn unsere Annahme an Kindes statt
sich einmal vollendet.
Hilf uns, auf das Wort deines Sohnes zu hören,
damit wir Anteil erhalten an seiner Herrlichkeit.

In der lateinischen Kirche eingeführt wurde das ostkirchliche Fest von Papst Callixtus III. als Dank für den Sieg über die Osmanen bei Belgrad 1456. Father Zulsdorf weiß mehr.