Mittwoch, 12. Juni 2024

20 Jahre Institut St. Philipp Neri


Das Institut St. Philipp Neri Berlin hat am 8. und 9. Juni 2024 den 20. Jahrestag seiner Errichtung mit einem Festkonzert und einem üppigen Levitenamt gefeiert.


Jonas Wilfert hat das Konzert (mit Sopranistin, Streichern, Pauken und Trompeten) samt informativem Heft vorbereitet und geleitet. Dabei wurde auch - Bezug zum Oratorium des hl. Philipp - das Oratorium von J. S. Bach „Jauchzet Gott in allen Landen“ zu Gehör gebracht. Propst Gerald Goesche sagte dazu, diese protestantische Musik sei zwar für katholische Puristen vielleicht für diesen Anlaß unangemessen, aber man könne unter den Arkaden des Petersplatz leichter ein Stück von Bach singen, als in einem protestantischen Gottesdienst ein lateinisches Choral-Proprium.


Die vier Mitglieder des Berliner Oratoriums strahlen eine große Herzlichkeit und Freude aus. Das Essen ist wunderbar. (Als ich das dem Propst sagte, meinte er, er habe nie verstanden, was an „Nonnengraubrot aus Plastiktüten“ katholisch sein soll.)


Am Sonntag füllte sich die Kirche mit ca. 300 Teilnehmern, darunter viele junge Familien mit Kindern und Jugendliche. Die meisten waren gut gekleidet, aber auch kurze Hosen, Strickjacken und Frauen mit „Berliner Bioladenlächeln“ waren zu sehen. Auf der Empore (Schola und ein jüngst gegründeter Chor) war der Altersdurchschnitt irgendwo zwischen 25 und 30 Jahren. Dazu kommt eine prächtige Meßdienerschar. 


Liturgie und Musik waren exzellent, die Predigt des Propstes herzlich-mitnehmend (er erzählte von der Gründung und den Fügungen Gottes, vgl. Rundbrief Fastenzeit 2024 S. 3f u. S. 20ff), die Gemeinde fromm-fröhlich und von Herzen dabei, die Kollekte üppig („still“, d.h. nur Scheine), und überhaupt war alles schön katholisch und menschlich herzlich. 


Ein Beispiel für die "fromme Fröhlichkeit" oder umgekehrt ist das Bild zur diesjährigen Osterkommunion mit dem Stoßgebet des Don Camillo:



Im Unterschied zu manch anderen Orten, an denen die Alte Messe gefeiert wird, versammelt sich in St. Afra übrigens kein „merkwürdiges Völkchen“, wie es einmal ein Mitbruder sagte, sondern es sind nach meinem Eindruck ganz normale, aufgeweckte, eher gebildete Zeitgenossen, die hier eine Oase gefunden haben, wo sie aus der Quelle schöpfen können und Freude am Herrn finden (darunter auch "Prominente", die ich der Diskretion halber nicht nenne).


Das St. Afra-Stift von außen:






















Am Ende der Messe, nach Aussetzung mit "Non nobis Domine" und Te Deum: Marienlob... 



... und Segen mit einer Reliquie des hl. Philipp Neri:



Die aus England erworbene Hill-Orgel, von der der Propst sagte, sie sei eine sichtbare Fügung Gottes, passe sie doch genau in die Kirche (es mußte nichts abgeschnitten werden).




Herz-Jesu-Bild im Erdgeschoß:



Im Graduale "Venite filii" der Messe zum Fest des hl. Philipp Neri heiß es:


Kommet, ihr Kinder, höret mich,

die Furcht des Herrn will ich Euch lehren.

Nahet euch ihm, ihr sollt strahlen vor Freude.

aus Ps 33, 12


Das hat sich auch für das Institut als prophetisch erwiesen.


Rosenkranzgesätze zum Fest des hl. Philipp Neri


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Freitag, 24. Mai 2024

St. Urban Ottmarsbocholt (Senden/Westf.)

Hier der Kirchenführer.


Einige Bilder:





Der Ottmarsbocholter Kruzifixus:



Das Taufbecken aus der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg mit seinem jüngeren provisorischen Schaft:


Die Lünener Monstranz (die dortige Gemeinde war erst zum Luthertum, dann zum Calvinismus übergetreten und hat sie dann nach Ottmarsbocholt verkauft):


Das Labyrinth vor dem Portal (nach St. Omer):




Ein Beitrag über die Glocken von Luca Gans

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St. Johannes Venne (Senden/Westf.)

Hier der Kirchenführer.


Einige Bilder:






Bilder von der neuen Retabelstele, dem Adlerpult usw. von 2010 hier und hier.


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Sonntag, 7. April 2024

Kar- und Osterliturgie: Feinheiten nach den "tridentinischen" Büchern

Liturgie der Kar- und Osterwoche in der überlieferten römischen Ordnung von 1570


Stationskirchen, liturgischer Rang, liturgische Besonderheiten und Zeiträume nach dem Missale und Breviarium Romanum, die Papst Pius' V. nach dem Konzil von Trient - und nach alter römischer Tradition - festgelegt hat.


Am Ende der Tabellen werden die Zeiträume (Triduen und Oktaven) genannt. Die Heilige Woche (= Kar- oder 2. Passionswoche), die Osteroktav und die Triduen sind in den liturgischen Büchern genannt, nicht aber die „Taufoktav“. Diese ergibt sich deutlich aus der Liturgie. 


Die spekulative „Karfreitagsoktav“ deutet sich in der Liturgie des Weißen oder Ostersamstags nur an, da bemerkenswerterweise schon hier, nicht erst am Weißen Sonntag, der Wechsel zum 4fachen Alleluja erfolgt, das die Osterzeit von nun an prägt. Sie wäre ein weiteres jüdisches Erbe in der kirchlichen Liturgie „von Sabbatbeginn zu Sabbatbeginn“.



Palmsonntag

Karmontag

Kardienstag

Stationskirche

St. Johannes im Lateran

St. Praxedis

St. Prisca

Rang

Duplex 1. Klasse

Simplex

Simplex

Messe

- Psalm „Judica“ entfällt im Stufengebet (seit dem Passionssonntag)

- kein „Gloria Patri“ beim Introitus und beim Psalm zur Handwaschung (seit Passionssonntag, außer an Heiligenfesten)

- jeweils nur eine Oration

- Passion nach Matthäus; der letzte Teil wird als Evangelium gesungen (mit Weihrauch, ohne Leuchter, mit Buchkuß)

- Entlassung: „Benedicamus Domino“ (seit Septuagesima)

alles wie am Sonntag

- Evangelium Joh 12, 1ff („Es war sechs Tage vor dem Paschafest“)

alles wie am Sonntag

- Passion nach Markus; der letzte Teil wird als Evangelium gesungen (mit Weihrauch, ohne Leuchter, mit Buchkuß)


Stundengebet

- Kommemorationen am Ende entfallen, ebenso das „Gloria Patri“ im Responsorium der kleinen Horen und der Komplet (seit Passionssonntag)

alles wie am Sonntag

alles wie am Sonntag


Heilige Woche

Heilige Woche

Heilige Woche


Karmittwoch

Gründonnerstag

Karfreitag

Karsamstag

Groß St. Marien

St. Johannes im Lateran

Hl. Kreuz in Jerusalem

St. Johannes i. L.

Simplex

Duplex 1. Klasse

Duplex 1. Klasse

Duplex 1. Klasse

alles wie am Sonntag

- nach dem Kyrie: „Flectamus genua“ mit Oration, Lesung und Graduale; dann „Dominus vobiscum“, Oration und 2. Lesung

- Passion nach Lukas; der letzte Teil wird als Evangelium gesungen (mit Weihrauch, ohne Leuchter, mit Buchkuß)


alles wie am Sonntag

- Einschübe in den Kanon

- Beim Agnus Dei: dreimal „miserere nobis“ 

- vor der Kommunion entfällt das Gebet „Domine Jesu Christe, qui dixisti“, kein Friedensgruß


- kein Stufengebet

- keine Oration

- Passion nach Johannes; der letzte Teil wird als Evangelium gesungen (ohne Weihrauch, ohne Leuchter und ohne Buchkuß)

- Fürbitten (mit „Flectamus genua“)

- Kreuzenthüllung und -verehrung

- Missa præsanctificatorum

- „Libera nos“ laut „in tono feriali“ gesungen

- nach der Kommunion allein des Priesters nur das Gebet „Quod ore sumpsimus“

- kein Segensgebet

- keine Entlassung

- kein Schlußevangelium

- Vigilgottesdienst

- Tauffeier und Glaubensabfrage

- Stufengebet mit Psalm

- Kein Introitus; Beginn der Messe mit dem Kyrie

- nach der Epistel „Alleluja“ mit V/. „Confitémini“, dann Tractus „Laudate Dóminum omnes gentes“

- keine Antiphon zum Offertorium

- Osterpräfation „in hac potissimum nocte“

- eigene Einschübe im Kanon (bis Ostersamstag)

- kein Friedensgruß, kein Agnus Dei, kein Gebet „Domine Jesu Christe, qui dixisti“

- nach der Kommunion „Ostervesper“

- Entlassung: „Ite missa est, alleluja, alleluja.“

- Schlußevangelium

alles wie am Sonntag

alles wie am Sonntag

- Beginn (nach den stillen Gebeten) direkt mit der ersten Psalmantiphon
- kein "Gloria Patri" am Ende der Psalmen

- Kapitel, Hymnus und Martyrologium (in der Prim) entfallen

- alle Horen ab den Laudes schließen mit V/. „Christus factus est“ und Psalm 50 (51) „Miserere mei, Deus“

- rezitierte Vesper, danach Entblößung der Altäre unter Ps 21 (22)

- in der Komplet kein "Jube" mit Kurzlesung, kein "Adjutorium", kein Vaterunser, sondern nach dem Confiteor sofort Psalmodie ohne Antiphon )

alles wie am Gründonnerstag (ohne Gesang, d.h. auf dem tonus rectus, Matutin und Laudes aber gesungen)

alles wie am Karfreitag

- Vesper in der Messe

- Komplet: Psalmodie ohne Antiphon gesungen, Kapitel und Hymnus entfallen

- zum „Nunc dimittis“ A/. „Vespere autem sabbati”

- Entlassung: „Benedicamus Domino.“

- In der gesamten Osterzeit kniet man bei der Marianischen Antiphon nicht nieder.


Heilige Woche

Heilige Woche

Heilige Woche


Triduum Passionis

Triduum Passionis

Triduum Passionis




„Taufoktav“



„Karfreitagsoktav“

„Karfreitagsoktav“


Ostersonntag

Ostermontag

Osterdienstag

Ostermittwoch

Groß St. Marien

St. Peter

St. Paul

St. Laurentius

Duplex 1. Klasse mit Oktav

Duplex 1. Klasse

Duplex 1. Klasse

Duplex

- alles nach der üblichen Ordnung

- Graduale „Haec dies“

- Sequenz

- Osterpräfation „in hac potissimum die“

- eigene Einschübe in den Kanon 

- Entlassung: „Ite missa est, alleluja, alleluja.“

alles wie am Sonntag

alles wie am Sonntag

alles wie am Sonntag

- Ostermatutin mit Invitatorium, einer Nokturn (Pss 1-3), drei Väterlesungen, zwei Responsorien und Te Deum (mit der üblichen Kniebeuge bei „Te ergo quæsumus“)

- Kapitel und Hymnus entfallen, ebenso Versikel (außer in der Nokturn), an ihre Stelle tritt  die Antiphon „Hæc dies“

- Schlußversikel: „Benedicamus Domino, alleluja, alleluja.“

alles wie am Sonntag

alles wie am Sonntag

alles wie am Sonntag

Osteroktav

Osteroktav

Osteroktav

Osteroktav

Triduum Paschale

Triduum Paschale

Triduum Paschale


„Taufoktav“

„Taufoktav“

„Taufoktav“

„Taufoktav“

„Karfreitagsoktav“

„Karfreitagsoktav“

„Karfreitagsoktav“

„Karfreitagsoktav“


Osterdonnerstag

Osterfreitag

Weißer Samstag

Weißer Sonntag

Hll. Zwölf Apostel

St. Maria zu den Martyrern

St. Johannes im Lateran

St. Pankratius

Duplex

Duplex

Duplex

Duplex 1. Klasse

alles wie am Sonntag

alles wie am Sonntag

alles wie am Sonntag

- statt des Graduale „Alleluja“ (vierfach in den „Zwischengesängen“ – so von jetzt an in der Osterzeit)

Heute das erste Alleluja mit dem Vers „Haec dies“ (= Text des Graduale von Ostersonntag bis -freitag)

alles wie am Samstag

- keine Sequenz

- Osterpräfation „in hac potissimum“ – so für den Rest der Osterzeit

kein eigener Einschub im Kanon

- Entlassung ohne „Alleluja“

alles wie am Sonntag

alles wie am Sonntag

In der Komplet: 

Psalmantiphon „Alleluja“ und Responsorium breve

- Kapitel, Hymnus und Kommemorationen am Ende kehren wieder, ebenso das Responsorium breve in den kleinen Horen.

Osteroktav

Osteroktav

Osteroktav

Osteroktav

„Taufoktav“

„Taufoktav“

„Taufoktav“


„Karfreitagsoktav“

„Karfreitagsoktav“