Samstag, 5. Oktober 2019

Rhodos - Amboisetor

Das vom Großmeister d'Amboise errichtete Tor beim Großmeisterpalast besteht aus drei Toren und zwei dazwischen liegenden Gräben; ein dritter Graben liegt vor dem Palast selbst. Da kommt keiner durch!

















"Herzlich willkommen!"




Danach geht es durch das Antoniustor in die Stadt:




Rhodos - Großmeisterpalast

Der 1099 in Jerusalem gegründete Orden vom Hospital des heiligen Johannes zu Jerusalem, kurz "Johanniter" oder auch "Hospitalier" genannt, war als Krankenpflegebruderschaft für die Heilig-Land-Pilger entstanden. Der Ritterorden verlegte nach dem Untergang der Kreuzfahrerstaaten seine "Zentrale" 1309 nach Rhodos, baute den Großmeisterpalast, die Konventskirche St. Johannes und befestigte die Stadt. Zum Bau der Mauer verwendete man die Steine der (meist leerstehenden) römischen Häuser aus der Antike außerhalb des neuen Mauerverlaufs: Die Bevölkerung war viel kleiner als in antiker Zeit.

Der Großmeisterpalast des Johanniterordens steht an der Stelle der "unteren", älteren Akropolis von Rhodos, wo der Heliostempel stand. Nach der osmanischen Eroberung 1522 wurde er vernachlässigt und verfiel. Die Italiener unter Benito Mussolini bauten ihn zu einer prächtigen Ferienresidenz wieder auf und sammelten hier viele Mosaiken und Figuren der Antike und Sakralbilder aus der vorosmanischen Zeit der Stadt.

Der Blick auf den Portalbau über eine "mussolinische" Toranlage:


Portalbogen mit Blick zur Ritterstraße:




Blick von Norden auf die Reste der Konventskirche St. Johannes, die durch eine Pulverexplosion im 19. Jahrhundert zerstört wurde. Man hat danach ein klassizistisches Schulgebäude darauf errichtet, das zur Zeit renoviert wird:







Im Hof des Großmeisterpalastes sind antike Statuen aufgestellt, für deren Herstellung Rhodos damals berühmt war. In der Stadt soll es 3000 Statuen gegeben haben. Ihre Wirkung ist bis heute bezaubernd:







Gang durch den Palast:




Zur Zeit der Johanniter wurden bei Prozessionen Doppelikonen getragen, die zum Teil im Palast ausgestellt sind. Diese mit der Gottesmutter und dem heiligen Nikolaus auf der Rückseite finde ich besonders schön (2. Hälfte des 14. Jahrhunderts):







Medusenkopf - in den Palast gebrachtes antikes Mosaik aus der Dodekanes:








Die neun Musen - in den Palast gebrachtes antikes Mosaik aus der Dodekanes:




Antiker Aufzug mit Alabasterscheiben... ;-)




Kopie der von Rhodos stammenden Laokoongruppe:




"Jugendstiliger" Leuchter mit EU-Sparlampe:


Rhodos - Ritterstraße

Vom Großmeisterpalast zum Hafen geht die Ritterstraße, an der die verschiedenen "Zungen" (Sprachgruppen) des Johanniterordens ihre Häuser hatten. Die Straße ist von allem touristisch-gewerblichen Bestreben frei, was wohl einen authentischen Eindruck fördern soll, sie aber museal wirken läßt.


Die Dreifaltigkeitskirche in der Ritterstraße. Eine griechische Aufseherin sagte mir, daß es ja ganz nett sei, diese Kirche zu bewachen, aber im Vergleich zu den ausgemalten und benutzten orthodoxen Kirchen stehe man hier doch nur vor toten Steinen.





Das Haus der französischen Zunge ist heute das Konsulat Frankreichs.




Türkischer Brunnen im Garten des Neuen Hospitals von der Ritterstraße aus:




In der Ritterstraße befindet sich das Haus des Djem (Cem), eines kurzzeitig herrschenden  und dann erfolglosen osmanischen Sultans, der bei den Johannitern zwischenzeitlich Asyl gefunden hatte.


Sein Haus liegt auf dem Cardo der römischen Stadt. Die Steine der (wohl verlassenen) antiken Häuser der Römerstadt wurden für den Bau der johannitischen Wehranlagen benutzt.



Rhodos - ULF von der Burg

Die Kirche Panagia tou Kastrou am unteren Ende der Ritterstraße, beim Hafen, heute Museum:





Blick über die Stadtmauer am Marinehafen zum Chorraum:



Rhodos - Neues Hospital

1410 bis 1480 wurde von den Johannitern ein hochmodernes Krankenhaus errichtet, das heute als archäologisches Museum dient:



Vorklassischer Löwe, einen Stierkopf verspeisend:




Kapellennische im großen Krankensaal:


Nebenräume für die Krankenpflege samt Toiletten:





Dem Bad entsteigende Aphrodite:


Kopf der Kultfigur des "Gottes" Helois aus dem Haupttempel der unteren Akropolis, wo heute der Großmeisterpalast steht. Er trägt die Züge Alexander des Großen. In Löchern an seinem Hinterkopf waren "Sonnenstrahlen" befestigt:


Die Kultfigur des Aphrodite-/Venustempels (3. Jh v. Chr.). Sie wurde mit vielen anderen Marmorstatuen auf Geheiß Kaiser Konstantins in seine neue christliche Hauptstadt Konstantinopel verschifft, aber bald nach dem Ablegen als ungeeignet (da heidnische Götterfigur) über Bord geworfen. 1600 Jahre war sie dem Spiel der Wellen und Kiesel ausgeliefert:


Munition:




Grabmal für eine verstorbene Mutter (rechts):






Munition mit Kaliberangabe:



Osmanischer Salon:




Mosaik des "Gottes" Triton, Sohn des Meeres-"gottes" Poseidon - trotz schlichter Ausführung doch erstaunlich "präsent":