Donnerstag, 1. November 2018

An Allerheiligen-Nachmittag...

..., nach der Andacht ißt der Niederrrheiner "Schwarzbrot mit Speckelaatz (=Spekulatius) un ganz dick Butter" - eine Mahlzeit, die u. a. beim niederrheinischen Propheten Hanns-Dieter Hüsch belegt ist. 


Das geht mit Butter- und mit Gewürzspekulatius, paßt wunderbar zur dunklen Jahreszeit und ist tröstlich fürs Gemüt. 

Einer protestantischen Freundin brachte ich zu ihrem Geburtstag an Allerheiligen ein Tablett Schwarzbrot mit Speckelaats mit und fand dabei heraus, das das sehr schön mit einem trocken Sekt harmoniert. :-P

Wer weiß: vielleicht gehen die speculatii auf Heiligenbilder (speculum = Spiegel) zurück, steht das Schwarzbrot für das dunkle und schwere des Lebens in dieser Welt und die verbindenden Butter für die göttliche Herrlichkeit (Glanz!) und Gnade (Fett!). Ich setz das Gerücht einfach mal in die Welt.


Kommentare:

dilettantus in interrete hat gesagt…

Ganz korrekt ist aber nach der ersten Vesper.

Töchterchen und ich waren am 31.10. abends auf einer Vernisage und haben statt Blumen eine Platte Spekkelaatz mit Schwarzbrot und ganz dick Butter mitgebracht.

Laurentius Rhenanius hat gesagt…

Also ich dachte, es ginge erst ab St. Martin damit los?
Oder ist das jetzt auch so ein Trend wie Dominosteine ab Ende Sommerferien? ;-)
Ich darf auch die Version aus dem rheinischen Ruhrgebiet empfehlen:
Frisches, saftiges Roggenbrot, dick "Gutebutter" drauf, "Lütticher Delikatesse" drüber, Butterspekkelaats sanft aufkleben. Dazu Malzkaffee oder "echten Bohnenkaffee".
Härrlisch!

ad tiliam hat gesagt…

Das ist natürlich kein neuer Trend! Wir haben uns immer schon zwischen den Gräberbesuchen bei Omma zum Spekelatzessen versammelt - seit urvordenklichen Zeiten.
Danke für die Variante - klingt geradezu burgundisch. :-P

Stanislaus hat gesagt…

Dann hat der Spekulatius zu so früher Zeit in den Regalen der Kaufhäuser doch seine Berechtigung. Oder ist der vom letzten Jahr noch übrig?

ad tiliam hat gesagt…

Ich hab vorige Tage noch frisch gebackenen von einer Bäuerin geschenkt bekommen. Ich war dort zu Besuch, als sie gerade backte, und erwähnte den Allerheiligenbrauch. In ihrer Familie gibt es den auch. Hier wird also frischer Spekelatz verzehrt.
Für Einsteiger: Schwarzbrot ohne Rübenkraut (lang gebackenes Roggenvollkornbrot), gute Butter, Butterspekelatz vom Bäcker/Konditor.