Mittwoch, 19. Juli 2023

Johannes von Damaskus zum Islam - Der Schwarze Stein der Kaaba


In Jan-Heiner Tücks Buch "Crux. Über die Anstößigkeit des Kreuzes" (S. 311, Anm. 12 [in der ersten Auflage]) bin ich auf die Kritik des hl. Johannes von Damaskus am Islam gestoßen. 


Der Kirchenvater (* um 650 in Damaskus, † 4. Dezember vor 754 im Kloster Mar Saba, Jerusalem) hat in der Frühzeit des "Islam" gelebt, war doch dessen Gründer Mohammed erst 632 gestorben, falls es ihn wirklich gegeben hat.


Johannes führt in seinem Buch „Πηγή Γνώσεως “ (Quelle der Erkenntnis) unter dem Kapitel „Περί Αιρέσεων“ (Über die Irrlehren) die Religion Mohammeds unter den christlichen Irrlehren auf. Siehe hier (Sp. 763/764, Nr. 101; griechisch-latein) und hier (Nr. 100 ab Absatz 2; griechisch).


Dazu habe ich diesen ins Deutsche übersetzten Auszug gefunden, dessen Inhalt hoffentlich nicht so falsch ist, wie die Zeichensetzung (hier die Quelle auf Englisch). Es lohnt sich, diese beißende Kritik zu lesen. 


Darin meint Johannes, der Schwarze Stein der Kaaba sei der Kopf des heidnischen Götzenbilds der "Aphrodite" und erkennt darauf Spuren ihres Gesichts. Auf dem Bild oben kann man das mit ausreichender Phantasie erahnen. Vielleicht ist der Effekt aber auf Lichtspiegelungen oder ein Bildbearbeitungsprogramm zurückzuführen.


In der Kaaba gab es vor der mohammedanischen Reinigung neben dem Heiligtum für den Hauptgott "Allah" u.a. drei für die Göttinnen Manāt ("Schicksal"; vielleicht war ihr der Schwarze Stein geweiht), Al-Lāt (vgl. Han-’Ilat, "die Göttin"), für die ein weißer Stein stand, und al-ʿUzzā ("die Mächtigste" siehe auch hier) mit einem roten Stein (der Schwarze Stein erscheint auf einigen Bildern durchaus rot).


Mohammed hat den Schwarzen Stein wegen der traditionell-heidnisch-arabischen Wallfahrt nach Mekka aus dem vormuslimischen Heiligtum übernommen - offenkundig als "weibliches Zugeständnis" in seiner ansonsten streng männlichen Religion, ist er doch nicht nur heute in der Form einer Vulva eingefaßt, sondern soll der Opferstein der "Göttin" al-ʿUzzā gewesen (siehe auch diesen etwas esoterischen Hinweis).


Letztere arabische "Göttin" war tatsächlich die des Morgensterns Venus; und die römische "Göttin" Venus entspricht der griechischen Aphrodite (zum semitischen Venuskult).


Unter den Mohammedanern werden übrigens bis heute die "satanischen Verse" in der 53. Sure "An-Nadschm" über das angebliche Zugeständnis "des Propheten" an die Kuraisch diskutiert, ihre Götter als Fürsprecher bei "Allah" zu akzeptieren.


Die auf den ersten Blick aufklärerische Religionsreform Mohammeds ist nach Meinung des hl. Johannes von Damaskus nicht nur eine Irrlehre, sondern bewahrt mit der Verehrung des Schwarzen Steins das Heidentum.


PS. Daß vom Himmel gefallene Steine (wie es vom Schwarzen Stein berichtet wird) als Heiligtümer aufgerichtet wurden, ist im semitischen Raum keine Seltenheit. Die Geschichte vom Traum Jakobs/Israels von der Himmelsleiter und der Gründung des Heiligtums in Beth-El durch Aufrichtung des "Jakobkissens" ist eine biblische Spur davon. (Im letzten Link heißt es sogar: "Manchmal bilden diese (Kultsteine) ein stilisiertes Gesicht.")


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